Samen

     
Größe:    
    Die Größe von Karnivoren Samen würde ich als relativ klein bezeichnen. Besonders die Samen von vielen Drosera Arten sind oft staubfein. Deutlich größer sind z.B. die Samen von Dionaea muscipula oder Drosophyllum lusitanicum. Um die Größe der
Samen besser einschätzen zu können wurden die meisten Samen auf Millimeterpapier abgelichtet.

 

     
Ernte:    
   

Samen sollten erst geerntet werden, wenn sie ausgereift sind. Am besten werden die Samen mit einem Blatt Papier aufgefangen. Dies kann unter Umständen etwas schwierig sein, da die Samen oft schon bei Berührung des Blütenstils aus den Samenkapseln rieseln.
. Da es sich oft um viele Einzelblüten am selben Blütenstil (Drosera)  handelt , sind die Samenkapseln auch unterschiedlich weit gereift. Sind alle Samenkapseln an einem Blütenstil reif, kann der komplette Stil zur Seite gebogen und abgeschnitten werden. Das Blatt Papier liegt hier natürlich schon bereit, da bereits beim umbiegen viele Samen aus den Kapseln fallen können. Oft schneide ich reife Samenkapseln auch einzeln ab um die Samen in einzelne Portionen aufteilen zu können. Dies hat auch den Vorteil Samenkapseln zu ernten, bevor sich der Samen selbstständig verstreuen. Allerdings besteht hier die Gefahr die Samen zu früh zu ernten. Unreife Samen sind je nach Art meist grün, weiß oder gelb, und lösen sich schlecht aus der Samenkapsel. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür wann die richtig Zeit zum ernten ist.

Samenvergleich am Beispiel von Drosera indica
bei starker Vergrößerung

unreifer Samen reifer Samen  

 

     
Lagerung/
Beschriftung:
   
    Für die Lagerung empfehle ich die Samen im Kühlschrank zu lagern. Werden Samen von mir geerntet, werden diese in Samentütchen
sicher und Artenrein verpackt und ausreichend beschriftet. Wichtige Angaben sind neben der genauen Art das Erntedatum. Bekomme ich Samen von anderen Züchtern, beschrifte ich die Tütchen noch von wem ich die Samen erhalten habe. Je mehr Angaben umso besser. Die Angaben können im nachhinein hilfreich sein. Nach der Beschriftung trage ich die Samen noch in einer von mir angelegten Samenliste ein um eine Übersicht zu haben. In dieser Samenliste stehen neben den Angaben auf den Tütchen noch die  ungefähre Anzahl der Samen und Informationen zur Aussaat. Alle gesammelten Informationen können zum späteren Zeitpunkt wichtig sein um z.B. Aussagen über Lagerfähigkeit und Keimdauer treffen zu können.

 

     
Haltbarkeit/
Keimfähigkeit:
   
    Die Haltbarkeit von Karnivoren Samen ist recht unterschiedlich. Manche sind bei richtiger Lagerung lange haltbar, andere wiederum keimen nach langer Lagerung nur spärlich oder überhaupt nicht mehr. Generell kann gesagt werden, je frischer das Saatgut ist
umso bessere Chancen hat man, die Samen zum keimen zu bringen.

 

     
Stratifizierung/
Vorbehandlung:
   
    Je nach Art  kann es nötig sein die Samen vor der Aussaat zu stratifizieren um die Keimruhe zu brechen oder die Keimquote zu erhöhen. Informationen welche Arten welche Vorbehandlung benötigen findet man im Internet oder spezieller Literatur.
Die Vorbehandlungen erfolgen entweder durch Kälte, Hitze, gelöste Brandrückstände oder Keimhormone wie z.B. (GA3) Gibberelinsäure.

 

     
Aussaat:    
    Der beste Zeitpunkt für eine Aussaat hängt von der Art ab. Generell bietet sich das Frühjahr an. Aber auch hier findet man Informationen im Internet oder Literatur. Zu beachten gilt dass es sich bei Karnivoren  im allgemeinen um Lichtkeimer handelt. Die Aussaat erfolgt also auf der Oberfläche des Substrates, ohne das die Samen bedeckt oder gar eingegraben werden, wie dies bei Dunkelkeimern der Fall ist. "Der Name ist Programm". Verwendet wird das selbe Substrat dass auch bei ausgewachsenen Pflanzen verwendet wird. Es sollte aber nicht zu grob sein. Die Vorbereitungen zur Aussaat spielt sich bei mir wie folgt ab:
Das Substrat (meist Mischungen aus Torf und Sand ect.) mische ich in einen Eimer an. Grobe Substratstücke werden entweder zerkleinert oder entfernt. Um das Substrat schön feucht zu bekommen, schütte ich immer wieder Wasser hinzu und "knete" es so lange durch, bis das Wasser komplett aufgenommen wurde. Trockener Torf nimmt  im allgemeinen recht schlecht Wasser auf. Alleine durch das beimischen von Quarzsand wird die Wasseraufnahme nach meinen Beobachtungen positiv beeinflusst. Das Substrat sollte auf keinen Fall zu trocken sein! Nun werden die Aussaattöpfe mit dem feuchten Substrat bis über den Topfrand befüllt und  leicht  in den Topf gedrückt. Überflüssiges Substrat wird von Topfrand gestrichen, fehlendes aufgefüllt. Das Substrat sollte nicht zu stark verdichtet werden, aber auch nicht zu locker sitzen, da es sich meist noch leicht setzt. Auch hier entwickelt man mit der Zeit ein Gefühl für das richtige Befüllen. Sind nun alle Aussaattöpfe entsprechend der Samenmenge vorbereitet, stell ich diese erst mal zur Seite. Nun beschrifte ich Stecketiketten aus Kunststoff mit einem wasserfesten Stift. Je größer das Etikett ist, umso mehr Informationen passen darauf. Meist beschrifte ich folgendermaßen: Art, Form, Standort, Erntedatum, Aussaatdatum, Quelle usw.
Beispiel: D.indica "Afrika" E:11.08 A: 03.09 Q: D.Kadereit
Nun werden die Samen auf das Substrat gestreut und das entsprechende Etikett eingesteckt. Bei sehr feinen Samen, befeuchte ich ich die Samen sehr vorsichtig mit einen Handsprüher um die Samen nicht wegzuspülen. "Größere" Samen werden leicht angedrückt um einen guten Kontakt mit der Oberfläche zu gewährleisten. Dies ist wichtig, damit genug Samen Fläche mit feuchtem Substrat in Kontakt kommt.  Die Töpfe werden nun im Anstau bewässert und hell und feucht gehalten. Viel Licht ist wichtig! In der prallen Sonne sollten die Töpfe allerdings nicht stehen.
Den erste Fehler den man machen kann ist dass zu viele Samen in einem Topf verteilt werden, und der zweite dass der Topf nicht beschriftet wird. Diese Fehler die ich selbst schon gemacht habe, bereut man später meist. Werden zu viele Samen in einem Topf verstreut, haben die Pflanzen nicht genug platz um ordentlich zu wachsen. Breitet sich Schimmel aus, was durchaus mal vorkommen kann, werden schnell alles Samen befallen und keimen nicht mehr.  "Weniger ist mehr". Wartet man mit dem Pikieren zu lange, ist es sehr schwer und zeitaufwendig die Pflanzen zu trennen, ohne Wurzeln oder andere Pflanzenteile zu beschädigen. Liegen die Samen nicht zu konzentriert, lässt sich das Pikieren recht einfach bewerkstelligen.
Werden die Topfe nicht beschriftet, weiß man nicht was wann wo wächst. Eine Art im Sämlingsstadium zu bestimmen ist fast nicht machbar. Eine ordentliche Beschriftung ist Pflicht!